Knie
Das Kniegelenk ist eines der größten Gelenke d. menschlichen Körpers u. wird zwischen dem Ober- und Unterschenkel gebildet. Die Kniescheibe dient als Umlenkrolle für die Quadrizeps- und Patellasehne, die die Streckung im Kniegelenk bewirken.
Die wesentliche Bewegung besteht in Beugung und Streckung (bis zu 10° Überstreckung, bis zu 150° Beugung). Es sind zusätzlich Dreh- und Verschiebebewegungen (vorne/hinten und seitlich) möglich.
Die Stabilität wird muskulär und ligamentär (durch Bänder) erreicht. Kapsuläre Strukturen sowie die Menisken tragen ebenfalls zur Stabilität bei.
Erkrankungen des Knies durch Unfälle:
- Meniskusriss
- Kreuzbandriss
- Seitenbandriss
- Patellafraktur
- Frakturen von Ober- und Unterschenkel im Gelenkbereich
- Patellaluxation
- Knorpelriss/Kontusion
- Sehnenruptur (Quadrizeps- u. Patellasehne)
Erkrankungen des Knies durch degenerative Erkrankungen:
- Arthrose
- Läuferknie
- Jumpers Knee
- Meniskusverschleiß
- Patellofemorale Erkrankungen
- Fehlstellungen (X- o. O-Bein)
Grundsätzlich stehen uns das Knie betreffend mannigfaltige konservative Therapiemethoden zur Verfügung:
- Individuell angepasste Schmerztherapie
- Versorgung mit Orthesen/Bandagen
- Infiltrationstherapie
- Hyaluronsäure
- Lasertherapie (v.a. bei Sehnen- und Schleimbeutelerkrankungen)
- Stoßwellentherapie
Operativ können wir auf ein breites Spektrum an Behandlungen zurückgreifen, die wir ambulant durchführen. Die Eingriffe führen wir überwiegend ambulant durch:
- Meniskuschirurgie: (Teil-)Resektion oder Glättung, Meniskusnaht
- Knorpelglättung (bei Arthrose oder auch traumatischen Knorpelverletzungen)
- Plicaresektion (bei Plicasyndrom)
- Kniescheibenstabilisation (nach Luxation)
- Kreuzbandersatz (auch Revisionen mit Bohrkanalauffüllungen)
- Schleimhaut(teil-)resektion bei chron. Entzündungen
- Entfernung freier Gelenkkörper
Meniskus:
Wichtigste Funktionen der Menisken sind die Übertragung und Verteilung der Last. Die Kontaktfläche zwischen Ober- u. Unterschenkel wird um bis zu 50% vergrößert. Sie gelten zudem als sekundäre Stabilisatoren d. Knies.
Häufiger Unfallmechanismus ist die Kombination aus axialer Krafteinwirkung u. Rotation. Der Meniskus wird zwischen Ober- und Unterschenkel eingeklemmt und reißt. Ein Meniskusriss ist häufig mit anderen Knieverletzungen kombiniert.
Höheres Lebensalter und somit bereits degenerierter Meniskus begünstigt eine traumatische Verletzung. Oft steht ein von Schmerz begleitetes – auch hörbares – Knacksen oder (Pseudo-)Blockaden im Vordergrund.
Therapeutisch kann minimalinvasiv der Meniskus mittels moderner Implantate genäht werden. Ist die Rissform hierfür nicht geeignet oder der Meniskus fortgeschritten gealtert, bleibt die Glättung oder Teilresektion.
Kreuzband:
Die Kreuzbänder stabilisieren das Kniegelenk in vorderer/hinterer Verschiebung sowie Rotation. Bei v.a. Hochenergieunfällen bei fixiertem Unterschenkel (z.B. Fußball, Alpinski) kommt es zum Riss v.a. d. vorderen Kreuzbandes.
Nicht jede Kreuzbandruptur muss operativ behandelt werden. In höherem Lebensalter oder niedrigem sportlichem Anspruch kann durch gezieltes Muskeltraining das Knie stabilisiert werden. Insbesondere Teilrisse bedürfen nicht regelhaft einer Rekonstruktion.
Moderne OP-Methoden erlauben die Rekonstruktion des VKB mittels körpereigener Sehnen (Quadrizepssehne, Patellarsehne, Hamstrings). Begleitverletzungen (Kollateralbänder, Menisken, Knorpelschäden) werden in selber Sitzung behandelt. Nach Abschwellung des Knies u. weitestgehender Reizfreiheit kann operiert werden. Ein sofortiges Eingreifen ist nicht zwingend erforderlich.
Arthrose:
Kniegelenksarthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen. Durch verschiedene Faktoren kommt es zum Verschleiß und schließlich Verlust des Gelenkknorpels. Chronische Entzündung (oft wellenartig verlaufend) der Schleimhaut führt zu Schmerzen im Knie.
Lebensalter u. Gewicht begünstigen die Entwicklung. Weitere Risikofaktoren stellen Achsfehlstellungen u. vorangegangene Knieverletzungen (z.B. Knochenbrüche, Kreuzbandriss) dar.
Neben Schmerz liegt häufig Gelenksteifigkeit und zunehmende Bewegungseinschränkung vor. Schmerzen können belastungsabhängig, in späteren Stadien auch in Ruhe auftreten.
Basis jeder Therapie ist Bewegung! Kräftigung der Muskulatur, Ausdauer und Erhalt des Bewegungsausmaßes sind essentiell. Gewichtsreduktion ist essenzieller Bestandteil der Therapie.
Achsfehlstellungen:
Bei Achsfehlstellungen kann mittels Schuheinlagen oder auch Orthesen erfolgreich behandelt werden. Begleitend ist meist die Verordnung von Analgetika notwendig.
Sollte eine massive Fehlstellung vorliegen, sind wir gerne bei der Planung d. weiteren Behandlung behilflich.
Nach einer zielgenauen Diagnostik erhalten unsere Patienten im POC individuell abgestimmte, konservative Therapiekonzepte – und falls notwendig – auch operative Behandlungskonzepte. Bei unserem OP-Behandlungsspektum stehen arthroskopische Eingriffe (Gelenkspiegelungen über kleine Hautschnitte, sog. Schlüsselloch-Operationen) im Vordergrund sowie offene rekonstruktive Verfahren.